Konzept und Leistungsspektrum


Seit 2002 beschäftigen wir uns im Rahmen ambulanter Hilfen über private sowie öffentliche Auftraggeber mit Familien bzw. Einzelpersonen in Krisen und Konfliktsituationen.


1. Unser Angebot

1.1. Sozialpädagogische Familienhilfe

Sozialpädagogische Familienhilfe gemäß § 31 SGB VIII i. V. m. § 36 ist die intensive Betreuung, Begleitung, Unterstützung und Beratung für Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind, mit dem Ziel der Wiederherstellung, Sicherung und Stabilisierung der familiären Erziehungskraft.
Die familiären Ressourcen sollen soweit wie möglich und notwendig unterstützt, gefördert und stabilisiert werden.
Lebenspraktische Aufgaben sollen soweit begleitet werden, dass Kinder, Jugendliche und Personensorgeberechtigte ihren Lebensalltag angemessen, selbständig und eigenverantwortlich gestalten können.
Die Erziehung der Kinder/Jugendlichen soll sowohl im inner- als auch im außerfamiliären Bereich in geeigneter Form unterstützt und begleitet werden, um eine positive Entwicklung der Kinder zu fördern.
Das soziale Umfeld soll einbezogen werden und die vorhandenen örtlichen Ressourcen sollen für die Familie sichtbar und nutzbar gemacht werden.

Die Mitarbeit der Familie ist für das Gelingen der Hilfe erforderlich. Ihre Bereitschaft, Hilfe anzunehmen und mit der Fachkraft zusammenzuarbeiten, ist ebenso wichtig und notwendig wie ein gewisses Maß an Problemeinsicht und Veränderungsbereitschaft. Ein Selbsthilfepotential der Familie sollte erkennbar sein, so dass eine Verbesserung der Erziehungs- und Familiensituation in einem vertretbaren Zeitrahmen möglich erscheint.
Sozialpädagogische Familienhilfe kann somit als Hilfeart nur dann geeignet sein, wenn eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Familie und Fachkraft erwartet werden kann.



1.2. Sozialtherapeutische Familienhilfe

Hierbei handelt es sich um ein spezialisiertes niederschwelliges Kombinationsangebot aus therapeutischen Interventionen und dem flexiblen Einsatz von Unterstützungsanteilen aus dem Bereich der klassischen SPFH. Es geht um Familien, deren
-     multiple Problemlagen diesen Kontext erfordern
-    akute bzw. chronische Irritationen zwar dazu führen, daß rein pädagogische Hilfen nicht den
      zufriedenstellenden Effekt bringen und deswegen
-    therapeutische Unterstützung zur Installation neuer Bewältigungsstrategien und
      Handlungsmuster notwendig ist, jedoch der
-    Transport der neu erarbeiteten alltagstauglichen Inhalte noch des
-    situativen Coachings und
-    Begleitung im Kontext der individuellen Lebensrealität bedürfen.
-     bei Kindeswohlgefährdung i.S. § 8a  SGB VIII

Auch diese Hilfeform wird ausschließlich im Co -Setting gearbeitet

Das Ziel dieses Angebotes ergibt sich aus dem methodischen Ansatz:
-    Befähigung der Familie, Veränderungsmotivation zu entwickeln,
-    Veränderung als einzige Lösung zu akzeptieren und
-    die unter vollem Einsatz veränderte Situation zu pflegen und zu schützen




1.3. AFTh – aufsuchende Familientherapie
Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche, u. U. junge Volljährige, sowie deren Familien, insbesondere Personensorgeberechtigte und andere an der Erziehung beteiligte Personen, bei denen pädagogische Interventionen nicht ausreichen oder für die andere auf individuelle Problemlagen abzielende Hilfeleistungen nicht angemessen sind. Insbesondere geht es hier um Familien, in denen die Eltern selbst nicht oder kaum in der Lage sind, sich Hilfe zu holen, und in denen die Frage nach stationärer Unterbringung des Kindes ansteht. Hier ist eine Arbeit im Co- Setting erforderlich.

In folgenden Situationen kann die Durchführung einer Aufsuchenden Familientherapie indiziert sein:
-    gewaltsame, physische oder psychische Beeinträchtigung eines Kindes, wie Misshandlung,
     sexueller Missbrauch, Vernachlässigung und Verwahrlosung, d.h. Verdacht auf
     Kindeswohlgefährdung i.S. § 8a  SGB  VIII
-    massive, eigenständig nicht zu lösende Beziehungskonflikte zwischen Eltern und Kindern
-    chronische und akute Beziehungskonflikte in der Familie bzw. zwischen den Eltern, auf die
      Kinder mit Symptomen reagieren
-    Partnerschaftsgewalt zwischen den Eltern
-    Akute Trennungssituation der Eltern ohne die Möglichkeit einer eigenständigen und
      verantwortlichen Klärung darüber, wo das Kind in Zukunft leben kann
-    Massive krisenhafte Beeinträchtigungen der Eltern, so dass sie ihrer Funktion als Mutter
      oder Vater nicht mehr nachkommen können (auch auf dem Hintergrund von psychischer
      Erkrankung oder Suchtabhängigkeit)
-    Familien in chronischen Krisensituationen mit multiplen Problemlagen
-    Probleme der Eltern, sich auf ein Kind einzustellen, es entsprechend seinem Alter und seinen
      Bedürfnissen wahrzunehmen
-    Rückführung eines Kindes in die Familie nach einem stationären Aufenthalt verbunden mit
      der Frage, ob und wie es den Eltern gelingen kann, das Kind angemessen zu sehen und zu
      integrieren
-    Begleitung und Anleitung des schwierigen Abstimmungsprozesses zwischen Pflegefamilie
      und Herkunftsfamilie im Hinblick auf eine Entlastung des Kindes



1.4. Individualpädagogische Einzelfallhilfe

Individualpädagogische Einzelfallhilfe gemäß § 27 SGB VIII i. v. m. §§ 36 und 41 ist die intensive Betreuung, Begleitung, Unterstützung und Beratung für das Kind, den Jugendlichen oder den jungen Erwachsenen mit dem Ziel der Entwicklung persönlicher und sozialer Kompetenzen.



1.5. Sozialpädagogisch betreutes Wohnen

Sozialpädagogisch betreutes Wohnen gemäß §§ 13 und 34 SGB VIII i. V. m. §§ 36 und 41 ist die intensive Betreuung, Begleitung, Unterstützung und Beratung für Jugendliche und junge Erwachsene, die einen eigenen Haushalt führen mit dem Ziel einer realitätsbezogenen, eigenverantwortlichen Lebensführung


1.6. Clearing ( Klärung )

Clearing gemäß §§ 31ff. SGB VIII i. V. m. § ist die intensive kurzzeitige Diagnose bei den Betroffenen vor Ort zur Feststellung der Problemfelder und weiterer Hilfeempfehlung




2. Qualitätssicherung

Zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität unserer Arbeit zählen regelmäßige Teilnahme an Supervision, kollegialer Beratung, Fortbildung, sowie Dokumentation.


Die Hinzunahme von Kollegen ermöglicht eine durchgängige Vertretbarkeit bei Urlaub und Krankheit.

 

Grundsätzlich besteht für Not – und Krisensituationen die Möglichkeit einer Rufbereitschaft.